Der Flachs wurde geerntet

Leinewebergilde Gladebeck

In den letzten Monaten haben wir über die Aussaat der Leinenkörner und die Flachsblüte berichtet.

In den folgenden Zeilen schreiben wir über die Flachsernte.

Mitte  August hatten sich die Samenkapseln voll ausgebildet und eine bräunliche Färbung angenommen. Dies ist das Zeichen, dass der Flachs erntereif ist und „gerupft“ werden kann. Der Begriff „Rupfen“ bedeutet, dass die Stengel mit den Wurzeln aus der Erde gezogen werden, da so die in den Flachsstengeln befindlichen Leinenfasern in der Gesamtlänge bei der Weiterverarbeitung genutzt werden können. Bei diesem Arbeitsschritt werden eine Handvoll Flachsstengel über dem Erdboden gefasst und herausgezogen. Um für die Weiterverarbeitung einen möglichst „reinen Flachs“ zu erhalten, müssen die Wildkräuter dabei entfernt werden. Der gerupfte Flachs wird zu kleinen Bündeln aufgeschichtet und eingebunden. Anschließend werden diese zu Hocken auf dem Feld zum Trocknen aufgestellt. Je nach Wetterlage und Sonnenintensität dauert dieser Vorgang ein bis zwei Wochen.

Diese Arbeitsschritte haben wir auf dem Acker durchgeführt.

Nach dem Trocknen  kann der Flachs eingefahren und auf die Weiterverarbeitung im nächsten Jahr warten. Karl- Heinz und Gundel Klages haben uns die Möglichkeit zur Lagerung  der Bunde in ihrer Scheune gegeben.

Die Fotos zeigen die Leineweber beim „Rupfen“ und mit den aufgestellten „Hocken“

Jetzt gehen die Leineweber in die Winterpause und hoffen, das sie im nächsten Jahr wieder praktische Vorführungen der Flachsverarbeitung mit Handgeräten zeigen dürfen.

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